Günther Degenhardt GmbH & Co. KG macht weiter

Günther Degenhardt GmbH & Co. KG macht weiter

[Grevenbroich, 22.09.2014] Die in Grevenbroich ansässige Günther Degenhardt GmbH & Co. KG hat am 02.09.2013 einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens über ihr Vermögen beim Amtsgericht Mönchengladbach gestellt. Das Familienunternehmen, das derzeit in der dritten Generation geführt wird, stellt Wellpappen, Pappkartons und Papiertüten her, die nach Kundenvorgaben gefertigt und bedruckt werden. Die Kunden, die aus verschiedenen Branchen stammen, schätzen das Prinzip der Maßanfertigung, wodurch für jedes Produkt die passende Verpackungslösung gefunden werden kann.

Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Dr. Christoph Niering aus der auf Insolvenzverwaltungen spezialisierten Niering Stock Tömp Insolvenzverwaltungen GbR bestellt. Die Geschäftsführerin Nadine Degenhardt-Lill hat zugleich Insolvenzanträge für zwei Schwestergesellschaften gestellt.

Seit Anordnung der vorläufigen Insolvenzverwaltung wird der Geschäftsbetrieb fortgeführt. Lieferanten und Spediteuren wurden Zahlungszusagen erteilt, so dass der Geschäftsbetrieb im gewohnten Umfang aufrechterhalten bleiben kann. Auch das Factoring-Unternehmen war zur Fortsetzung der Geschäftsbeziehung bereit. Die Kunden sind über die gewohnte Lieferfähigkeit unterrichtet worden und fragen die Verpackungsmaterialien in gewohntem Umfang weiterhin nach. Die Löhne und Gehälter der ca. 55 noch tätigen Mitarbeiter, die in der Unternehmensgruppe Degenhardt beschäftigt sind, sind derzeit über die Vorfinanzierung des Insolvenzgelds sichergestellt.

Der vorläufige Insolvenzverwalter Dr. Christoph Niering ist nach Einsicht in die vorgelegten Unternehmensplanungen zuversichtlich, dass der Geschäftsbetrieb auch nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens fortgeführt werden kann. Erste Gespräche mit dem Betriebsrat und der Gewerkschaft Verdi, Fachbereich Medien, Kunst und Industrie, haben bereits stattgefunden.

“Ein unerwartet starker Auftragsrückgang im August 2014, der insbesondere auf den Verlust von zwei Großkunden zurückzuführen ist, hat das Traditionsunternehmen in eine wirtschaftliche Schieflage gebracht. Es war daher meine Pflicht als Geschäftsführerin, einen Sanierungsprozess durch Anmeldung der umsatzbedingten Zahlungsunfähigkeit einzuleiten”, so Geschäftsführerin Nadine Degenhardt-Lill. Der vorläufige Insolvenzverwalter Dr. Niering sieht gute Aussichten, das Unternehmen über ein Insolvenzplanverfahren zu sanieren. “Da die Insolvenzantragstellung rechtzeitig erfolgte und einzelne Sanierungsmaßnahmen bereits identifiziert worden sind, können in den nächsten Wochen Gespräche mit den wesentlichen Vertragspartnern beginnen”.