Aussichtsreiche Investorengespräche

Die HTH Logistic Solutions GmbH & Co. KG auf dem Weg aus der Krise

[Nettetal] – „Guten Gewissens kann man davon sprechen, dass die HTH Logistic Solutions GmbH & Co. KG ein Opfer der Corona-Krise geworden ist“, berichtet Daniel Zumhasch von der Kanzlei Niering Stock Tömp. Die Geschäfte des vor 15 Jahren gegründeten Textillogistikdienstleisters liefen vor der Pandemie gut. Rund 5 bis 6 Millionen Jahresumsatz erwirtschaftete das Unternehmen mit Sitz in Nettetal.

Die Firma bietet einen sogenannten Fulfillment Service an. Im Rahmen individuell zugeschnittener Logistiklösungen unterstützt die HTH Logistic Solutions ihre Kunden während des gesamten Logistikprozesses, d. h. vom Wareneingang über die Qualitätskontrolle und Aufarbeitung der Textilwaren, deren Kommissionierung bis hin zum Versand und zum Retourenmanagement.

Die Corona-Pandemie traf das bis 2020 erfolgreich arbeitende Unternehmen empfindlich. Bundesweit mussten Boutiquen im Rahmen des (ersten) Lockdowns schließen. Endkunden konnten keine Textilien kaufen und Geschäftspartner orderten angesichts voller Lagerbestände keine Waren nach. Die wirtschaftliche Lage des Unternehmens wurde von Monat zu Monat angespannter. Angesichts einer drohenden Zahlungsunfähigkeit zog die Geschäftsführung frühzeitig die Reißleine und stellte im Februar 2021 beim Amtsgericht Krefeld einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung. Das Gericht gab diesem Antrag statt. Das zunächst vorläufige Eigenverwaltungs-verfahren wurde daraufhin unter der Ägide der erfahrenen Sanierungsexperten von Stellmach & Bröckers durchgeführt. Zum vorläufigen Sachwalter wurde der Kölner Insolvenzexperte Dr. Christoph Niering (Niering Stock Tömp) ernannt.

Dessen Partnerkollege Daniel Zumhasch berichtet, „dass der Geschäftsbetrieb in den zurückliegenden Monaten stabilisiert und jetzt in ein geordnetes Insolvenzverfahren überführt werden konnte.“ Das Amtsgericht hat das Verfahren mittlerweile „wegen Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung“ eröffnet und Eigenverwaltung angeordnet (AZ: 90 IN 5/21).

„Im Rahmen unserer guten, konstruktiven und vertrauensvollen Zusammenarbeit mit der Geschäftsführung sind wir dabei, einen strategischen Partner zu finden und das Unternehmen neu aufzustellen“, so Zumhasch. Im Rahmen eines M&A-Prozesses ist man zurzeit mit 4-5 potentiellen Investoren in intensiven Gesprächen. Eine finale Entscheidung wird in den nächsten Wochen erwartet.

Die rund 60 Beschäftigten des Unternehmens verfolgen die weitere Entwicklung des Sanierungsprozesses mit großem Unteresse. Ihre Arbeitsplätze sollen alle erhalten bleiben.